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Bilgepumpe wählen: Wie viel Kapazität benötigt dein Boot?

Bilge pomp in bilge

Jordi Daniels |

Eine Bilgenpumpe ist eine der wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen an Bord. Regenwasser, Spritzwasser, Kondenswasser oder eine kleine Leckage können sich in der Bilge, dem tiefsten Punkt des Bootes, ansammeln. Mit einer guten elektrischen Bilgenpumpe wird dieses Wasser automatisch oder manuell abgepumpt, sodass Ihr Boot trockener und sicherer bleibt. Doch wie viel Kapazität benötigen Sie eigentlich? Eine zu kleine Pumpe kann Wasser nicht schnell genug abführen, während eine zu große Pumpe für kleinere Boote nicht immer notwendig ist. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl einer Bilgenpumpe achten müssen, wie die Kapazität gemessen wird und welche Ausführung zu Ihrem Boot passt.

1. Was macht eine Bilgenpumpe?

Eine Bilgenpumpe pumpt Wasser aus der Bilge über einen Ablaufschlauch und eine Borddurchführung nach außen. Dieses Wasser kann durch Regen, überkommendes Wasser, Kondenswasser, Reinigungswasser oder kleine Leckagen entstehen. Besonders bei offenen Booten, Sportbooten und Booten, die längere Zeit im Wasser liegen, ist eine zuverlässige Bilgenpumpe wichtig.

Eine Bilgenpumpe ist als Hilfsmittel gedacht, um unerwünschtes Wasser abzuführen. Sie ist kein Ersatz für eine gute Wartung oder die Behebung von Leckagen. Steht regelmäßig Wasser in der Bilge? Dann ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln.

Schauen Sie sich dazu unsere Auswahl an elektrischen Bilgenpumpen an.

2. Wie wird die Kapazität gemessen?

Die Kapazität einer Bilgenpumpe wird meist in Litern pro Stunde oder GPH angegeben. GPH steht für Gallons per Hour (Gallonen pro Stunde). Je höher dieser Wert, desto mehr Wasser kann die Pumpe theoretisch bewegen.

Achtung: Die angegebene Kapazität wird oft unter idealen Bedingungen gemessen. In der Praxis kann die Leistung geringer sein durch:

  • Höhenunterschied zwischen Pumpe und Abfluss
  • lange oder schmale Ablaufschläuche
  • Biegungen im Schlauch
  • Verschmutzung des Pumpenfilters
  • Spannungsverlust in der Verkabelung

Wählen Sie daher lieber eine Pumpe mit etwas Puffer als eine Pumpe, die exakt auf der Mindestkapazität liegt.

3. Richtlinie nach Bootslänge

Die richtige Kapazität der Bilgenpumpe hängt von der Größe und der Nutzung Ihres Bootes ab. Die folgende Richtlinie hilft bei einer ersten Auswahl:

Bootslänge Empfohlene Kapazität Geeignet für
Bis ca. 5 Meter 500 - 800 GPH Kleine offene Boote, Tender und Schaluppen
Ca. 5 bis 7 Meter 800 - 1100 GPH Sportboote, Konsolenboote und größere Schaluppen
Ca. 7 bis 9 Meter 1100 - 1500 GPH Größere Motorboote und Kajütboote
Ab ca. 9 Meter 1500+ GPH oder mehrere Pumpen Schwerere Boote, Kajütboote und intensive Nutzung

Diese Werte sind allgemeine Richtlinien. Verfügt Ihr Boot über mehrere abgeschlossene Fächer oder eine tiefe Bilge? Dann kann es ratsam sein, mehrere Pumpen zu installieren.

4. Faktoren, die die Pumpenwahl beeinflussen

Nicht nur die Länge des Bootes bestimmt, welche Bilgenpumpe geeignet ist. Auch der Bootstyp und die Bedingungen, unter denen Sie fahren, spielen eine wichtige Rolle.

Offenes Boot oder Kajütboot

Ein offenes Boot nimmt schneller Regen- und Spritzwasser auf. Ein Kajütboot verfügt oft über mehr geschlossene Räume, in denen sich Wasser unbemerkt ansammeln kann.

Einsatz auf großem Gewässer

Fahren Sie oft auf großen Gewässern, mit höherer Geschwindigkeit oder bei rauerem Wetter? Dann ist eine zusätzliche Pumpenkapazität ratsam.

Anzahl der Bilgeräume

Manche Boote haben mehrere Tiefpunkte, an denen Wasser stehen bleibt. In diesem Fall ist eine Pumpe nicht immer ausreichend.

Schlauchdurchmesser und Abfluss

Eine leistungsstarke Pumpe funktioniert nur gut, wenn der Ablaufschlauch groß genug ist. Ein zu dünner Schlauch behindert den Durchfluss und verringert die tatsächliche Kapazität.

5. Automatisches of manueel schakelen?

Eine elektrische Bilgenpumpe kann manuell mit einem Schalter bedient werden, doch oft ist ein automatischer Betrieb sinnvoller. Hierfür nutzen Sie einen Schwimmerschalter oder einen eingebauten automatischen Sensor.

Manuelle Bilgenpumpenbedienung

Bei manueller Bedienung schalten Sie die Pumpe selbst ein, wenn Sie Wasser in der Bilge sehen. Dies ist einfach, funktioniert aber nur, wenn Sie an Bord sind und das Problem rechtzeitig bemerken.

Automatische Bilgenpumpe

Eine automatische Bilgenpumpe schaltet sich von selbst ein, wenn der Wasserstand steigt. Dies ist besonders praktisch, wenn Ihr Boot längere Zeit im Wasser liegt oder wenn sich Regenwasser ansammeln kann.

Für zusätzliche Sicherheit können Sie eine automatische Pumpe mit einem manuellen Schalter am Armaturenbrett kombinieren.

6. Installation und Wartung

Eine Bilgenpumpe muss am tiefsten Punkt der Bilge platziert werden, damit Wasser so gut wie möglich abgepumpt wird. Achten Sie darauf, dass die Pumpe fest sitzt und für Reinigung und Kontrolle leicht zugänglich bleibt.

Installationstipps

  • Platzieren Sie die Pumpe so tief wie möglich in der Bilge
  • Verwenden Sie den korrekten Schlauchdurchmesser
  • Vermeiden Sie scharfe Biegungen im Ablaufschlauch
  • Platzieren Sie den Abfluss oberhalb der Wasserlinie
  • Verwenden Sie geeignete Sicherungen und für den Marinebereich zugelassene Verkabelung
  • Testen Sie die Pumpe regelmäßig mit sauberem Wasser

Wartung

Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Schmutz, Blätter, Öl oder Sand die Pumpe blockieren. Reinigen Sie den Filter und testen Sie, ob der Schwimmerschalter einwandfrei funktioniert. Eine Bilgenpumpe, die nur im Notfall benötigt wird, muss dann sofort zuverlässig funktionieren.

Häufig gestellte Fragen zu Bilgenpumpen

Wie viel Kapazität muss meine Bilgenpumpe haben?

Für kleine Boote sind 500 bis 800 GPH oft ausreichend. Mittelgroße Boote nutzen meist 800 bis 1100 GPH, während größere Boote oft 1500 GPH oder mehrere Pumpen benötigen.

Brauche ich eine automatische Bilgenpumpe?

Eine automatische Bilgenpumpe ist dringend zu empfehlen, wenn Ihr Boot im Wasser liegen bleibt oder wenn Regenwasser in die Bilge gelangen kann.

Warum pumpt meine Bilgenpumpe weniger schnell als angegeben?

Die tatsächliche Kapazität kann durch Schlauchlänge, Höhenunterschied, Biegungen, Verschmutzung oder Spannungsverlust in der Verkabelung geringer sein.